Verdauung mit Bitterstoffen anregen

Viele Menschen leiden heutzutage unter Verdauungsbeschwerden. Diese äußern sich in Form von Magen-Darm-Beschwerden (Schmerzen und Krämpfe), Völlegefühl, Durchfall, Übelkeit, Unwohlsein, Verstopfung und in vielen anderen Symptomen. Die Ursachen sind vielfältig. Oft ist aber unsere heutige Nahrung Schuld. Sie enthält zu wenig „Bitterstoffe„. Diese sind extrem wichtig für unsere Verdauung. Die Bitterstoffe befinden sich in vielen Kräutern und Gewürzen, aber auch in so manchen Früchten, Gemüse und anderen Lebensmitteln. Unser Ratgeber „Verdauung mit Bitterstoffen anregen“ gibt Ihnen vielfältige Informationen und Tipps an die Hand was die Bitterstoffe im menschlichen Körper überhaupt machen, wie sie wirken und in welchen Lebensmitteln wir sie finden können.

Verdauung mit Bitterstoffen anregen

Verdauung mit Bitterstoffen anregen

Verdauung mit Bitterstoffen anregen

„Medizin schmeckt bitter“ sagt ein uraltes Sprichwort. Und da ist was Wahres dran. Bitterstoffe sind für unsere Verdauung unerlässlich. Sie steigern die Magen- und Gallensaftsekretion und wirken dadurch verdauungsfördernd. Die natürlichen Bitterstoffe kommen in sehr vielen Pflanzen vor, die als Heilpflanzen verwendet werden. Im Gewürz- und Kräuterhandel bekommen Sie die Bitterstoffen in den Pflanzen in frischer, aber auch getrockneter Form. Natürlich können Sie eine Vielzahl an Kräutern, Gewürzen und Pflanzen auch selbst im Garten, Balkon oder in Töpfen in der Küche ziehen und haben somit immer die Bitterstoffe griffbereit. Kräuter und Gewürze können Sie sich auf Vorrat kaufen und im Tiefkühlfach einfrieren und lange lagern ohne das Aroma verloren geht. Frische Kräuter und Gewürze sollten Sie unbedingt richtig lagern, damit die wertvollen Inhaltsstoffe (wie Vitamine, Mineralien und Bitterstoffe) erhalten bleiben.
Die richtig gesunden Pflanzen, die die wertvollen Bitterstoffe enthalten, kommen leider heutzutage wegen Ihres bitteren Geschmackes kaum noch auf den Speiseplan. Sie sind erst recht nicht in industriell hergestellten Fertigprodukten enthalten. Hier gibt uns die Industrie leider viel schädlichen Zucker in die Produkte, anstatt die gesunden Bitterstoffe. Bitter schmeckt halt vielen nicht und süß macht Lust auf mehr. Aus vielen Pflanzen wurden im Laufe der Jahre die wichtigen Bitterstoffe bereits komplett oder zum Teil herausgezüchtet. Aber wenn wir selbst wissen in welchen Pflanzen und Lebensmitteln diese vorkommen, können wir sie gezielt einnehmen, unsere Verdauung fördern und unsere Gesundheit und Wohlbefinden erhalten.

Darum sind Bitterstoffe so wichtig für unsere Verdauung und Gesundheit

Viele, die an der Verdauung beteiligten Organe (Leber, Galle, Magen und Bauchspeicheldrüse) werden durch die Bitterstoffe angeregt und stimuliert. Bei der Galle wird zum Beispiel mehr Gallenflüssigkeit produziert und die Verdauung damit erleichtert. Aber keine Sorge, es findet hier keine „Überproduktion“ statt. Der Mensch hat früher ein vielfaches an Bitterstoffen durch die Nahrung aufgenommen, als wir das heute machen. Die Galle produziert also durch die „richtige“ Nahrung wieder so viel Gallensäure, wie von der Natur vorgesehen. Der Magen reagiert ebenfalls auf die wohltuenden Stoffe und produziert mehr Magensäure. Der Pankreas ebenfalls. Auch der Darm wird positiv beeinflusst. Durch mehr Gallensäure und Magensäure werden die kleinen Nahrungsbestandteile besser aufgespalten und verwertet. Nicht nur die Verdauung läuft besser und schneller ab, sondern auch die Verwertung der Nährstoffe funktioniert so wieder besser. Aber auch schon der Speichelfluss im Mund wird deutlich angeregt, sobald die Geschmacksrezeptoren den bitteren Geschmack wahrnehmen. Durch den vermehrten Speichel können sich schon im Mund, beim Kauen der Nahrung, mehr Enzyme an die Vorverdauung der Nahrungsbestandteile heran machen. Nicht umsonst sagte unsere Oma schon, dass wir jeden Bissen 32 Mal kauen. Der Grund ist, dass die Nahrung schon möglichst viel zerkleinert werden soll, aber auch, damit sie genug eingespeichelt wird.

Bitterstoffe konsequent in den Speiseplan einbauen

Sie müssen Ihre Nahrungsgewohnheiten auch nicht komplett umstellen. Wenn Sie sich einigermaßen gut und vernünftig ernähren, können Sie die Pflanzen und Nahrungsmittel mit Bitterstoffen auch so in Ihren Ernährungsplan mit einbauen. Sei es als Vorspeise (Salat), Nachtisch (Früchte) oder als Snack (knackige Radieschen) zum zwischendurch knabbern. Viele Gewürze und Kräuter mit den herben Bitterstoffen und Geschmack können Sie auch sehr gut zum Würzen und Verfeinern von Hauptgerichten oder Suppen verwenden. Gerade wenn einen der „kleine Hunger“ zwischen den Mahlzeiten oder spät in der Nacht quält, sind die Früchte und Pflanzen optimale Zwischenmahlzeiten. Nach kurzer Zeit stellt sich die Lust auf Süßes ein und mindert den Appetit deutlich. Nahrung mit Bitterstoffen sind sozusagen auch ein „Schlankheitsmittel„.

In welcher Form kann man die Bitterstoffe zu sich nehmen?

Wir schon erwähnt, können Sie die Pflanzen mit Bitterstoffen selbst anbauen, kaufen Sie im Supermarkt oder noch besser im Bio-Laden oder erwerben Sie in Form von frischen oder getrockneten Gewürzen und Kräutern. Der Handel hält mit einer Vielzahl an Nahrungsergänzungsmitteln allerlei Präparate bereit. Leber- und Galle-Kapseln mit den verschiedensten Bitterstoffen (meist Artischocke, Mariendistel und Löwenzahn) können sehr förderlich sein. Diese sollten Sie kurz vor dem Essen schlucken. Natürlich sollte man den Tee nicht vergessen. Der Tee-Handel bietet allerhand Sorten mit Bitterstoffen an. Es gibt auch Teemischungen (meist Leber-Galle-Tee oder Verdauungs-Tee genannt), die in ihrer Kombination die Verdauung besonders gut fördern und unterstützen.

Liste mit Kräutern, Gewürzen, Gemüse und Obst mit viel Bitterstoffen

  • Artischocken
  • Mariendistel
  • Gemeiner Löwenzahn
  • Rettich
  • Radieschen
  • echter Engelwurz
  • Beifuß
  • Pfefferminze
  • Schafgarbe
  • Baldrian
  • Chicorée
  • Rucola
  • Endivien
  • Rosenkohl
  • Brokkoli
  • Radicchio
  • Andorn
  • Enzianwurzel
  • Gänseblümchen
  • Hopfenzapfen
  • Schafgarbe
  • Tausendgüldenkraut
  • Wermutkraut
  • Olivenblatt
  • Benediktenkraut
  • Bitterkleeblätter
  • Wegwarte (Sonnenwirbel, Zichorie)
  • Grapefruits
  • Zitronen
  • Orangen
  • Hirse
  • Amarant
  • Aubergine
  • Galgantwurzel
  • Estragon
  • Lorbeerblätter
  • Liebstöckel
  • Majoran
  • Ingwer
  • Kerbel
  • Sauerampfer
  • Thymian
  • Kardamom
  • Rosmarin
  • Odermennig
  • Kalmus

Sind Nahrungsmittel die Bitterstoffe enthalten auch sonst noch gesund?

Natürlich sind diese naturbelassenen Nahrungsmittel mit Bitterstoffen auch sonst sehr gesund. Außer den verdauungsfördernden Bitterstoffen enthalten diese ebenso wichtige Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren und Spurenelemente.
Außerdem binden Bitterstoffe Säuren im Körper und stellen das Säure-Basen-Gleichgewicht wieder her. Sie gehen eine Verbindung mit Säuren ein und schleusen Sie aus dem Körper. Eine vermehrte Aufnahme von bitterstoffhaltigen Nahrungsmitteln ist also gerade für übersäuerte Menschen sehr sinnvoll. Übersäuerung steht im Verdacht viele Krankheiten und Beschwerden im Körper auszulösen.
Bitterstoffe wirken aufgrund ihrer positiven Eigenschaften auch auf das Immunsystem und können dieses stärken. Die Bitterstoffe regen die Darmtätigkeit und die Verdauungssäfte an und unterstützen damit eine gesunde Darmflora. Immerhin sitzen gut 80% unserer Immunabwehr im Darm bzw. zum Großteil in der Darmschleimhaut. Sie wirken ebenfalls auf Bakterien und Viren, die uns das Leben schwer machen. Das Herz-Kreislauf-System wird unterstützt und somit der Körper (Organe, Muskeln, Haut) besser durchblutet. Wie Sie sehen, gibt es also viele Gründe sich „bitterstoffreich“ zu ernähren.

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