Granatapfel und seine gesundheitlichen Wirkungen

Es ist der Granatapfelbaum, der uns den Granatapfel als seine Frucht schenkt. Ursprünglich aus Pakistan stammend finden wir diese Bäume heute in sehr vielen warmen Ländern, so auch im Mittelmeerraum oder im Nahen Osten, wo der Granatapfel seit Jahrtausenden kultiviert wird. Sein Verbreitungsgebiet reicht auch von Südrussland über China bis nach Indien, wo der Granatapfel als Gewürz angebaut wird. Die „Punica granatum“ ist eine der ältesten Heilfrüchte der Menschheit. Gerade in den letzten Jahren wurden besonders viele ernährungswissenschaftliche Studien über die gesundheitlichen Vorzüge des Granatapfels veröffentlicht. Sein besonders hoher Gehalt an Antioxidantien bietet echte Hilfe bei allen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Arteriosklerose, Demenz oder Leberschwäche.

Granatapfel und seine gesundheitlichen Wirkungen

Granatapfel und seine gesundheitlichen Wirkungen

Gesundheitliche Wirkungen bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Die Polyphenole im Granatapfel binden die freien Radikale im Körper. Durch die Regulierung des ACE-Enzyms normalisiert der Granatapfel zu hohen Blutdruck und zeitigt damit eine ganz ähnliche Wirkung wie die Medikamentengruppe der ACE-Hemmer. Die darüber geführten Studien ergaben zum Beispiel eine fünfprozentige Reduzierung des systolischen Blutdrucks nach zwei Anwendungswochen, nach einem Jahr war der Blutdruck im Durchschnitt um 21 Prozent gesenkt worden. Eine weitere wichtige gesundheitsfördernde Wirkung, die wahrscheinlich damit in einem direkten Zusammenhang steht, ist die Absenkung des schädlichen LDL-Cholesterins, wobei gleichzeitig das HDL-Cholesterin ansteigt. Darüber hinaus entfaltet der Granatapfel eine antithrombotische Wirkung und beugt damit der Verklumpung der Blutplättchen vor. Im Ergebnis wird das Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko deutlich verringert.

Granatapfel bei Arteriosklerose

Es ist vor allem das oxidierte LDL-Cholesterin, dass das Fortschreiten der Arteriosklerose so sehr beschleunigt. Die Polyphenole des Granatapfels aktiveren im Gegenzug das gefäßschützende PON1-Enzym, was das Risiko einer Gefäßerkrankung sehr deutlich senkt. Insbesondere bei Fettstoffwechselstörungen und oxidativem Stress hat sich die Einnahme von Granatapfel-Polyphenolen sehr gut bewährt. Die Doppelblind-Studie von Davidson et al. (2009) wurde 18 Monate lang mit 291 Patienten durchgeführt. Hierin wurde aufgezeigt, dass das Fortschreiten der Gefäßwandverdickung der Halsschlagader durch die regelmäßige Verabreichung von Granatapfel im Falle erhöhter Triglyzerid- und Cholesterinwerten deutlich verlangsamt werden konnte. Bei einigen Patienten mit verengter Halsschlagader konnte sogar eine Rückbildung der Gefäßverkalkungen um ca. 30 Prozent beobachtet werden. In der Folge konnten sich diese Patienten über eine nachhaltige Reduzierung ihres Bluthochdrucks freuen. Ignarro et al., 2006, betrachteten die Wirkstoffe des Granatapfels auch unter dem Aspekt von Erektionsstörungen und fanden heraus, dass Granatapfelsaft in der Tat messbaren Einfluss auf den Botenstoff NO nimmt, welcher zur Weitung und Entspannung der (zuständigen) Blutgefäße positiv beiträgt.

Schutz gegen Demenz

Die antientzündliche Wirkung des Granatapfels hat auch einen günstigen Einfluss auf Gehirnfunktionen (Jung et al., 2006). Granatapfelsaft wird beispielsweise auch bei Sauerstoffmangel durch Schlaganfälle zur Abwendung größerer Hirnschädigungen gegeben (Loren et al., 2005). Ursachen der Alzheimer-Demenz können genetische Veranlagungen, oxidativer Stress, Entzündungsprozesse, Einschränkungen in den Funktionen der Mitochondrien (Zellkraftwerke) oder die Anhäufung defekter beziehungsweise veränderter Eiweißbausteine im Gehirn sein. Gerade Letztere konnten bei einer Studie an Mäusen durch die Gabe von Granatapfel-Polyphenolen um ca. 50 % reduziert werden (Hartman et al., 2006).

Granatapfel hilft gegen Cholesterin und Diabetes

Granatapfel-Polyphenole fördern den Abbau des Hormons Resistin und verbessern so die Insulin-Empfindlichkeit der Zellen. Wenn die Empfindlichkeit der Zellen gegenüber Insulin eingeschränkt ist, kann daraus eine Insulinresistenz entstehen mit der Folge erhöhter Blutzuckerwerte, was als Diabetes bezeichnet wird. Resistin (Peptidhormon) ist ganz zentral beteiligt an der Insulinresistenz, Übergewicht und Typ-2-Diabetes (Makino-Wakagi et al., 2012). Eine schlimme Diabetes-Spätfolge ist zum Beispiel die Niereninsuffizienz, die den Betroffenen zur ständigen Dialyse zwingt. Eine israelische Studie zu diesem Themenkomplex zeigt, dass Granatapfel das Risiko für häufig auftretende Infektionen sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen stark absenken kann. In der Folge war auch die Zahl der Krankenhauseinweisungen signifikant geringer (Shema-Didi et al., 2012).

Balsam für die Leber

Die Leber ist deshalb ein so überlebenswichtiges Organ, weil sie in jeder Sekunde unseres Lebens für die Entgiftung unseres Körpers zuständig ist. Die Polyphenole des Granatapfels helfen bei der Bildung spezieller Leber schützender Enzyme und hemmen beziehungsweise neutralisieren zugleich die Sauerstoffradikale, die immerzu in unseren Körper eindringen oder dort erst gebildet werden. Daher kann man mit Granatapfel chronischen Lebererkrankungen (zum Beispiel der Bildung einer Fettleber) vorbeugen.



Datum der Veröffentlichung:
10. August 2016

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Schlagworte:

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